„Ich habe es eigentlich nur für Margret gemacht"
Wie ein 72-jähriger Tischler aus Freiburg ganz Deutschland mit Familienfotos in Holz bewegt – und warum das leider bald vorbei ist.
Karl Metzger, 72, in seiner Werkstatt in Freiburg. Was als Jubiläumsgeschenk begann, ist heute sein letztes großes Werk.
Karl Metzger wollte eigentlich nichts Besonderes. Kein großes Aufsehen, keine Bestellungen aus ganz Deutschland, keinen Artikel in irgendeinem Magazin. Er wollte nur seiner Frau Margret zum fünfzigsten Hochzeitstag etwas schenken – etwas, das man nicht einfach im nächsten Kaufhaus findet.
„Ich stand vor dem Problem, das wohl viele Männer in meinem Alter kennen", erzählt Karl und lacht dabei leise. „Was schenkt man einer Frau, die wirklich schon alles hat? Blumen verwelken. Schmuck hat sie genug. Und ein Gutschein – das wäre nach fünfzig Jahren eine Beleidigung gewesen."
Also tat er das, was er sein Leben lang getan hat: Er ging in seine Werkstatt.
50 Jahre in einem Stück Holz
Karl war über vierzig Jahre lang Tischlermeister in Freiburg. Eichentreppen, Küchenfronten, Bibliotheksregale – er hat sie alle gebaut. Doch dieses Mal wollte er etwas anderes. Etwas, das nicht nur schön aussieht, sondern etwas bedeutet.
Die Technik, die er dafür nutzen würde, kannte er seit seiner Lehrzeit: Brandmalerei. Ein Brennkolben, eine ruhige Hand, und die Geduld, Linie für Linie in das Holz zu führen. Als junger Geselle hatte er damit Ornamente in Möbelfronten gebrannt. Seit Jahrzehnten lag das Werkzeug in der Schublade. Für diesen Moment holte er es hervor.
Er suchte sich eine besonders schöne Baumscheibe aus – naturbelassen, mit Rinde, so wie der Schwarzwald sie wachsen lässt. Dann wählte er ein Foto aus: Karl und Margret, Hochzeitstag 1974. Sie lachen beide. Er hat noch kein graues Haar. Sie trägt ein schlichtes weißes Kleid.
Was er dann in den nächsten Tagen in seiner Werkstatt erschuf, würde er später selbst kaum beschreiben können. „Das Foto wurde Teil des Holzes", sagt er. „Nicht aufgeklebt. Nicht gedruckt. Eingebrannt – von Hand, Strich für Strich. Als wäre es immer schon darin gewesen."
Hier ein Exemplar was Karl für unsere Redaktion gemacht hat. Jede Baumscheibe ist ein Einzelstück – Karl wählt das Holz selbst aus, bereitet es vor und brennt das Foto persönlich von Hand ein.
„Als damals Margret es auspackte, hat sie gar nichts gesagt. Sie hat es einfach lange angeschaut. Dann hatte sie Tränen in den Augen. Da wusste ich: Das war das richtige Geschenk."
— Karl Metzger, 72, Freiburg im BreisgauMargret hängte die Scheibe noch am gleichen Abend ins Wohnzimmer. Über dem Kamin, genau in der Mitte. Wo früher ein Spiegel hing.
Die Nachbarin fragt. Dann die Nachbarin der Nachbarin.
Zwei Wochen später kam Ingrid Schäfer zum Kaffeetrinken. Sie sah die Scheibe, trat näher, fragte, wer das gemacht habe. Karl sagte: „Ich." Ingrid schwieg kurz. Dann sagte sie: „Können Sie das auch für mich machen? Mit meinen Eltern?"
Karl zögerte zunächst. Das war doch etwas Persönliches gewesen. Etwas für Margret. Aber er sagte ja.
Ingrids Scheibe mit dem Foto ihrer verstorbenen Eltern hing wenige Wochen später in ihrem Flur. Ihr Bruder besuchte sie. Ihr Bruder rief Karl an. Dann rief die Tochter eines Bekannten an. Dann jemand aus Karlsruhe, den Karl gar nicht kannte.
„Irgendwann habe ich aufgehört zu verstehen, wie die Leute auf mich kommen", sagt Karl. „Michael sagt, das sei das Internet. Ich verstehe das nicht ganz. Aber die Bestellungen kamen."
Wer Karl bis Ende März eine eigene Baumscheibe in Auftrag gibt, erhält sie noch pünktlich zu Ostern – einem der schönsten Anlässe, um jemandem zu zeigen, wie viel er einem bedeutet. Einfach das Lieblingsfoto einsenden, Karl übernimmt den Rest.
Jetzt Baumscheibe personalisieren → Bestellschluss für Ostern: 31. März · Direkt aus Karls Werkstatt · Versand aus Freiburg
„Ich nehme mir für jede Scheibe Zeit. Das ist kein Fließband." – Karl bei der Qualitätskontrolle vor dem Versand.
Er macht alles selbst – von der Scheibe bis zur Haustür
Was Karl von anderen unterscheidet, ist nicht nur das Handwerk. Es ist die Art, wie er arbeitet.
Jede Baumscheibe wählt Karl persönlich aus. Er achtet auf die Maserung, auf die Struktur der Rinde, auf die Trockenheit des Holzes. „Ein schlechtes Stück Holz ergibt ein schlechtes Ergebnis, egal wie gut das Foto ist", sagt er. Das Holz lagert er selbst, trocknet es selbst, schleift es von Hand vor.
Dann kommt das Foto. Karl schaut es sich lange an, bevor er den Brennkolben in die Hand nimmt. Wo ist das Licht? Wo sind die Gesichter? Welche Linien muss er weich führen, welche fest? Brandmalerei verzeiht keine Fehler – was einmal eingebrannt ist, bleibt. „Deshalb denke ich länger als ich brenne", sagt Karl. „Das Denken ist die halbe Arbeit."
Jede Linie entsteht durch eine einzige geführte Handbewegung. Keine Maschine, kein Knopfdruck, kein Algorithmus. Nur der Brennkolben, das Holz, und Hände die wissen was sie tun. Das kann man nicht automatisieren. Das kann man nur können – und nur dann, wenn man es seit Jahrzehnten macht.
Auch das Verpacken übernimmt Karl selbst. Jede Scheibe wird in Seidenpapier eingeschlagen, mit Holzwolle gebettet, in einen stabilen Karton gelegt. „Ich stelle mir vor, wie die Person das aufmacht", sagt er. „Das soll sich gut anfühlen. Schon beim Auspacken."
Verschickt wird von Freiburg aus – direkt von Karls Werkstatt. Keine Lagerhalle, kein Zwischenhändler, kein Paketdienstleister der irgendetwas verwaltet. Von Karls Händen in Ihre Hände.
Sorgfalt bis zum Schluss: Karl verpackt jede Scheibe persönlich, bevor sie die Werkstatt verlässt.
Die Gelenke machen nicht mehr lange mit
Karl sagt das ohne Bitterkeit, fast beiläufig, als würde er über das Wetter sprechen: „Die Hände sind nicht mehr so wie früher." Er zeigt sie – breite Hände, rissige Knöchel, die leichte Schwellung an den Fingern, die man erkennt wenn man weiß, wonach man schauen muss.
Arthrose. Nicht schlimm genug um aufzuhören, aber deutlich genug um zu wissen, dass es irgendwann nicht mehr geht. Sein Arzt hat ihm geraten, kürzer zu treten. Margret sagt dasselbe.
„Ich mache es noch, solange ich es kann", sagt Karl. „Aber ich mache mir nichts vor. Es werden nicht mehr so viele sein wie letztes Jahr."
Wie viele Scheiben er noch fertigen kann, weiß er nicht genau. Er nimmt es Woche für Woche. Was er weiß: Sobald er aufhört, ist es vorbei. Brandmalerei braucht ruhige Hände. Eine Maschine kann das Holz nicht aussuchen. Und eine Maschine weiß nicht, wie man ein Gesicht liest.
„Papier vergilbt. Bildschirme gehen kaputt. Holz bleibt. Und ein Gesicht, das in Holz eingebrannt ist, verblasst nie mehr."
— Karl Metzger
Das Ergebnis von Jahrzehnten handwerklicher Erfahrung – und von einer Liebe, die Karl in Holz festhalten wollte.
Karl Metzger ist kein Unternehmer. Er ist ein Handwerker, der irgendwann angefangen hat, Erinnerungen festzuhalten – zuerst für seine Frau, dann für andere. Was dabei entstand, ist etwas, das man in keinem Einrichtungshaus findet und in keinem Online-Katalog wirklich erfassen kann.
Jede Scheibe ist ein Original. Jede trägt ein anderes Gesicht, eine andere Geschichte, eine andere Maserung. Und jede kommt direkt aus Karls Werkstatt in Freiburg – mit der Sorgfalt, die man von jemandem erwarten darf, der seit über vierzig Jahren mit den Händen arbeitet.
Ob zum Jubiläum, als Erinnerung an jemanden der gegangen ist, oder einfach als Geschenk das wirklich bleibt – eine personalisierte Baumscheibe von Karl Metzger ist kein gewöhnliches Geschenk. Es ist das Gegenteil davon.
Die Variova-Redaktion dankt Karl Metzger herzlich für seine Offenheit – und für mehr als vier Jahrzehnte handwerklicher Hingabe, die er bis heute mit jedem einzelnen Stück weitergibt. Es ist selten geworden, jemanden zu treffen, der seine Arbeit noch so macht.
Wer eine der noch verfügbaren Scheiben bestellen möchte, findet Karl Metzgers Angebot weiter unten auf dieser Seite.
Bestellschluss für Ostern: 31. März · Nur noch wenige Plätze verfügbar · Direkt aus Karls Werkstatt