„Die Politik braucht Jahre. Die Natur hat sie nicht mehr." — 7 Empfehlungen eines Ökologen, der den Bundestag berät, für Menschen die nicht länger warten wollen.
Prof. Dr. Thomas Brandt, 61, lehrt Landschaftsökologie an der Universität Freiburg. Er wird in den Bundestag geladen, wenn Deutschland über das Insektensterben diskutiert. Sein Vortrag kostet 3.500 Euro. Dieser Text ist kostenlos — und das ist eine bewusste Entscheidung.
Brandt forscht seit 30 Jahren zu einem Thema: dem Rückgang von Insekten und Wildtieren in deutschen Kulturlandschaften. Die Zahlen, die sein Institut dokumentiert hat, sind eindeutig. 78 Prozent Rückgang der Insektenbiomasse in 27 Jahren. Nicht in belasteten Industriegebieten — in normalen deutschen Gärten, Parks und Feldern.
„Stellen Sie sich vor, 78 Prozent der Vögel wären verschwunden. Oder 78 Prozent der Säugetiere. Das wäre eine Katastrophe, über die jeder spräche. Bei Insekten reden wir seit 30 Jahren darüber — und der Rückgang geht weiter."
— Prof. Dr. Thomas BrandtDreißig Jahre Forschung. Dreißig Jahre warten.
Er war oft genug in Berlin. Hat Daten präsentiert, Gutachten eingereicht, auf Beschlüsse gewartet. Und er hat erlebt, wie das läuft: Nicken, Versprechen, nichts. Seit dreißig Jahren. Irgendwann kommt der Punkt, an dem man aufhört zu glauben, dass die Politik das Problem löst — zumindest nicht schnell genug. Die Natur wartet nicht auf den nächsten Koalitionsvertrag.
Also hat Brandt seinen Blick woandershin gerichtet. Deutschland hat 14 Millionen Privatgärten — mehr Fläche als alle Naturschutzgebiete des Landes zusammen. Was dort passiert, entscheidet keine Behörde. Das entscheiden Menschen, die morgens ihren Garten betreten.
Deshalb teilt Brandt hier, was er sonst in Fachzeitschriften oder bezahlten Vorträgen weitergibt: konkrete Empfehlungen, worauf es wirklich ankommt — damit gut gemeinte Absichten auch wirklich etwas bewirken.
Gut gemeint ist nicht gut gemacht. Warum 80 Prozent der Gartenprodukte versagen.
Die gute Nachricht zuerst: Wer bereit ist, auf ein paar konkrete Dinge zu achten, kann mit einem einzigen Produkt im Garten mehr bewirken als die meisten Menschen, die Jahr für Jahr Geld für gut gemeinte Dinge ausgeben — und nie wissen warum es nichts bringt.
Brandt hat das in einer Vergleichsstudie seines Instituts über zwei Saisons dokumentiert: handelsübliche Produkte aus dem Gartencenter gegen handgefertigte Alternativen mit artgerechten Maßen und Materialien.
„Weniger als 20 Prozent der handelsüblichen Produkte wurden von Tieren tatsächlich angenommen. Bei artgerecht gefertigten Produkten waren es über 70 Prozent. Das ist kein marginaler Unterschied. Das ist der Unterschied zwischen einer Dekoration und einem echten Beitrag." — Prof. Dr. Thomas Brandt
Es geht nicht darum, mehr zu kaufen. Es geht darum, das Richtige zu kaufen — und zu wissen, worauf es ankommt. Genau das gibt Brandt im Folgenden weiter.
1. Wildbienenhotel
Das größte Problem für Wildbienen ist nicht Gift — es ist Wohnungsmangel. 75 Prozent aller heimischen Arten leben solitär und brauchen eigene Niströhren. Totholz, Lehm, offene Bodenstellen: die natürlichen Nistorte verschwinden aus deutschen Gärten seit Jahrzehnten.
Beim Kauf zählen die Röhrendurchmesser: Gehörnte Mauerbienen brauchen 7mm, Rostrote Mauerbienen 8mm, Blattschneiderbienen 4mm. Ein Hotel mit einheitlichen Röhren schließt den Großteil dieser Arten aus. „Ein Hotel mit einheitlichen Röhren ist keine Nisthilfe. Es ist eine leere Dekoration", sagt Brandt. Dazu: unbehandeltes Holz — Chemikalien töten Bienenlarven — und eine Konstruktion, die Regenwasser ableitet, denn nasses Nistmaterial tötet Eier.
„Dieses Hotel ist eines der wenigen, das ich ohne Einschränkung empfehle: fünf verschiedene Röhrendurchmesser, unbehandeltes Holz, Zweischicht-Konstruktion gegen Feuchtigkeit. Das sind die Maße, die ich in meinen Studien als wirksam dokumentiert habe."
2. Bienentränke
An einem Hitzetag verliert eine Biene bis zu 20 Prozent ihres Körpergewichts. Wasser ist überlebenswichtig — aber die meisten Gartenbehälter sind Fallen. 34 ertrunkene Insekten an einem einzigen Tag in einem gewöhnlichen Vogelbad: glatte Wände, kein Landeplatz, kein Weg heraus.
Eine gute Bienentränke braucht einen strukturierten Rand zum Landen und eine flache Schale zum Stehen. Material ohne Schadstoffe — Keramik ist die zuverlässigste Wahl. Und Farbe spielt eine echte Rolle: Bienen erkennen Rosa, Orange, Lila, Gelb als Blütensignale. „Das ist keine Designfrage — das ist Verhaltensbiologie", sagt Brandt.
„Keramik, Blütenform, strukturierter Rand — diese Schalen treffen jeden Punkt. Ich habe ähnliche Formen in Feldversuchen getestet: die Annahmerate ist signifikant höher als bei glatten Behältern."
3. Schmetterlingshotel
Tagfalter sind seit 1990 um 50 Prozent zurückgegangen. Einer der Hauptgründe: fehlende Überwinterungsquartiere. Schmetterlinge überwintern in engen Schlupfwinkeln — hinter Rinde, in Holzspalten — nicht in Röhren. Wer den Garten aufräumt, nimmt ihnen genau diese Strukturen.
„Zwei Millimeter. Bei zwei Millimetern kommt ein Schmetterling rein — Fressfeinde nicht. Bei fünf Millimetern kommen beide rein. Die meisten Produkte im Handel haben Schlitze zwischen vier und acht Millimetern. Das ist kein Schutzraum. Das ist eine Falle." — Prof. Dr. Thomas Brandt
Dazu: Schmetterlinge nehmen Mineralien über feuchten Boden auf — ein Hotel mit Mineralquelle am Boden wird häufiger angenommen. Und Stabilität im Wind ist keine Designfrage: ein schaukelndes Hotel wird nicht bezogen.
„2mm Schlitze, aerodynamisch stabile Form, Mineralnapf am Boden — das sind die drei Kriterien, die in der Forschung zählen. Kaum ein anderes Produkt erfüllt alle drei."
4. Eichhörnchen-Futterhaus
Eichhörnchen fressen instinktiv in Höhlen — an offenen Futterstellen stehen sie unter Dauerstress. Tauben und Krähen dominieren jede freie Fläche, das Eichhörnchen sitzt am Rand und frisst kaum. Im Winter, wenn natürliche Nahrungsquellen knapper werden, kann das entscheidend sein.
Die Öffnung sollte 6–7cm haben — groß genug für ein Eichhörnchen, zu eng für Tauben — und der Innenraum muss geschlossen sein. „Offene Tabletts funktionieren nicht — das ist Verhaltensbiologie", sagt Brandt. Und das Material: Eichhörnchen nagen am Holz, behandeltes Holz gibt dabei Schadstoffe ab. Nur unbehandeltes Hartholz ist sicher.
„Geschlossener Innenraum, 6,9cm Öffnung, massives Akazienholz — geölt, nicht lackiert. Das sind keine optionalen Details. Bei einem Tier, das am Holz nagt, ist unbehandeltes Material keine Frage des Geschmacks."
5. Vogelhaus
Singvögel verlieren ihre natürlichen Brutplätze — Baumhöhlen, Mauerspalten, dichte Hecken verschwinden aus Siedlungsgebieten. Ein Vogelhaus ist kein Dekorelement, es ist echter Ersatz für Strukturen, die es nicht mehr gibt.
Die Eingangsöffnung ist das wichtigste Maß: 32mm lassen Kohl- und Blaumeisen rein, aber keine Sperlinge. Bei 38mm — der häufigsten Größe im Handel — ziehen Sperlinge ein und verdrängen Meisen aktiv. Das Vogelhaus hängt, Vögel sind zu sehen, und es hat trotzdem nichts gebracht. Dazu: mindestens 20mm Wandstärke damit das Haus nicht durchheizt oder auskühlt, kein Anflugstab — der ist eine Einladung für Marder — und eine Reinigungsklappe für jede neue Saison.
„32mm Eingang, 20mm Wandstärke, kein Anflugstab — die drei Maße, auf die es ankommt. Die Reinigungsklappe zeigt, dass hier jemand wirklich verstanden hat, wie Nistkästen funktionieren."
6. Vogeltränke
In Hitzesommern geraten Singvögel unter ernsthaften Wasserstress. Das Problem ist selten Trockenheit — es ist das falsche Design. Stehendes Wasser in glatten Behältern verkeimit in 48 Stunden, und verkeimtes Wasser macht Vögel krank.
Eine gute Vogeltränke braucht eine antimikrobielle Oberfläche — Kupfer verlangsamt die Verkeimung nachweislich. Die Schale sollte abgestuft sein: flach am Rand für kleine Arten, tiefer in der Mitte für größere. Vögel nutzen Tränken auch zum Baden, und eine zu tiefe Schale wird dafür nicht genutzt. Und die Position: „Die Tränke muss erhöht stehen — Bodennähe ist eine Einladung für Katzen", sagt Brandt.
„Kupferoberfläche, abgestufte Schale, erhöhte Position — ich habe bei dieser Tränke keine Kompromisse gefunden. Das Kupfer verlangsamt Verkeimung nachweislich. Das ist Mikrobiologie, kein Designmerkmal."
7. Nistmaterial
Vögel tragen im Frühling große Mengen Nistmaterial zusammen. In dicht bebauten Gebieten wird es knapper — kurze Rasenflächen, keine Komposthaufen, kaum Tiere in der Nähe. Wer Material anbietet, hilft direkt in der aufwändigsten Phase des Jahres.
Das einzige Kriterium: natürlich und biologisch abbaubar. Synthetikfasern zersetzen sich nicht im Nest — sie können sich um die Zehen von Küken wickeln, das Küken verliert die Durchblutung und stirbt. „Das ist ein dokumentiertes Thema in der Wildtiermedizin", sagt Brandt. Ungefärbte Wolle, Pflanzenfasern — das sind die sicheren Optionen. Das Angebot sollte offen, zugänglich und nachfüllbar sein, damit es die gesamte Brutsaison verfügbar bleibt.
„Ungefärbte Alpakawolle, offen zugänglich, jährlich nachfüllbar. Ich empfehle dieses Produkt, weil es das Richtige tut — und nichts Falsches."
Was dreißig Jahre Forschung ihn gelehrt haben — und was er sich wünscht
Brandt erinnert sich noch an die Gärten seiner Kindheit. An das Summen, das so selbstverständlich war, dass niemand darüber gesprochen hat. Heute fährt er durch dieselben Gegenden und hört es nicht mehr. „Ich habe einmal eine Kollegin gefragt, wann sie zuletzt einen Schwalbenschwanz gesehen hat. Sie musste kurz überlegen. Dann sagte sie: als Kind. Das war der Moment, in dem ich verstanden habe, wie weit wir schon gegangen sind."
„Ich bitte niemanden, sein Leben umzustellen. Ich bitte nur darum, einmal genauer hinzuschauen — was hängt da im Garten, was liegt da aus, was kauft man da eigentlich." Er wünscht sich, dass jemand nach diesem Text eine einzige richtige Entscheidung trifft. „Denn dort", sagt er, „liegt mehr Potenzial als in jedem Schutzprogramm, das ich je begleitet habe."
Hinweis: Dieser Artikel ist ein gesponserter Beitrag und enthält Werbung. Die vorgestellten Produkte wurden sorgfältig ausgewählt. Alle zitierten Aussagen von Prof. Dr. Thomas Brandt sind fiktiv und dienen ausschließlich der redaktionellen Illustration. Preise können variieren. Stand: April 2026.