„Wo früher Bäume standen, ist jetzt Beton" — Warum ein 71-jähriger Schreinermeister aus Dormagen seine letzten Futterhäuser abgibt | Natur & Garten
vor 3 Tagen Advertorial Matthias Berger · 7 min Lesezeit

„Wo früher Bäume standen, ist jetzt Beton — und die Eichhörnchen verhungern im Frühling“ — Warum ein 71-jähriger Schreinermeister aus Dormagen seine letzten handgebauten Futterhäuser zum Sonderpreis abgibt.

Heinrich Brandt (71) in der Tür seines Holzschuppens in Dormagen
Heinrich Brandt (71) in seinem Schuppen in Dormagen. Was als ein einziges Futterhaus begann, wurde in fünf Jahren zu einer stillen Mission.

Der Frühling gilt als Jahreszeit des Überflusses. Für Eichhörnchen ist er das Gegenteil. In einem Schuppen hinter seinem Haus in Dormagen hat Heinrich Brandt 47 Jahre Schreinererfahrung in etwas gesteckt, das ihm mehr bedeutet als jede Küche, die er je gebaut hat. Jetzt geben seine Hände auf. Sein Restbestand nicht.


Heinrich Brandt steht an seiner Werkbank und schleift die Rundung einer Futterkammer glatt. Die Form ist ungewöhnlich — kein Kasten, sondern ein Fass. Rund wie eine Baumhöhle. „Die Eichhörnchen sagen dir schon, was sie brauchen“, sagt er, ohne aufzublicken. „Man muss nur lange genug hinschauen.“

47 Jahre lang hat Heinrich als Schreinermeister in Düsseldorf gearbeitet — Küchen, Treppen, Maßmöbel. Aber das, was ihn im Ruhestand am meisten erfüllt, steht nicht in irgendjemandem seiner Wohnungen. Es hängt draußen. An Bäumen.

Es fing mit einem Baum an. Der alten Kastanie vor seiner Wohnung in Düsseldorf-Bilk. Jeden Morgen beim ersten Kaffee: Eichhörnchen in der Krone. Zwei, manchmal drei. Das war Heinrichs Morgenprogramm — jahrelang. Dann kam die Kettensäge. Platz für eine Tiefgarage. Die Eichhörnchen waren weg.

„Es hat mich nicht umgehauen. Aber es hat sich festgesetzt. Und es ist nie wieder losgegangen.“

Wo früher Baumkronen waren, stehen heute Tiefgaragen. Heinrich hat es in Düsseldorf selbst erlebt — und nie vergessen.

Er fuhr in den Baumarkt. Was er mitbrachte, landete zwei Wochen später im Müll.

Vor fünf Jahren zog Heinrich mit seiner Frau nach Dormagen — raus aus der Stadt, rein in die Natur. Garten, Schuppen, und am Grundstücksrand eine alte Eiche. Dort waren sie wieder: Eichhörnchen, diesmal direkt vor dem Küchenfenster.

Also fuhr er zum Baumarkt. Eines von diesen Plastikdingern — zusammengesteckt, billig, bunt bedruckt. Zwei Wochen später: Klappe klemmt, nach dem ersten Regen stand das Futter im Wasser.

Heinrich hat es runtergenommen, in den Müll geworfen und ist in seinen Schuppen gegangen.

Er beobachtete. Jeden Morgen am Küchenfenster. Die Eichhörnchen nutzten das eckige Haus — aber sie blieben nie lange. Sie holten sich eine Nuss und verschwanden. Sie fraßen im Fluchtmodus. Dann sah er, wo sie sich wirklich wohlfühlten: in der Höhle der Eiche. Rund, eng, geschützt. Und Heinrich — mit 47 Jahren Holzhandwerk im Rücken — dachte sich: Das kann ich nachbauen.

Die Fassform — Heinrichs Lösung für ein Problem, das nur sieht, wer lange genug hinschaut.

So entstand die Fassform. Rund, geschlossen, mit einem kleinen Zugangsloch — groß genug für ein Eichhörnchen, zu klein für Tauben und Krähen. Transparente Scheibe vorne, aufklappbares Dach oben. Massivholz, geölt, für Jahre draußen gebaut.

Kein Baumarkt-Plastik. Schreinerarbeit.


Alle reden über den Winter. Heinrich redet über das, was danach kommt.

Heinrich lehnt sich an die Werkbank. „Alle reden über den Winter. Aber der Winter ist nicht das Problem. Im Herbst legen Eichhörnchen tausende Nüsse an. Das Problem kommt danach.

„Im Frühling ist alles aufgebraucht. Knospen und Samen kommen erst in Wochen. Und die Eichhörnchen — besonders Weibchen mit Jungen — müssen irgendwie überleben. Das ist die härteste Zeit. Nicht der Frost. Sondern die Wochen, in denen es nichts gibt.“

Was viele nicht wissen

Eichhörnchen halten keinen Winterschlaf — sie leben von vergrabenen Vorräten. Bis zum Frühling sind 60–80 % davon aufgebraucht oder unauffindbar.

Wo früher Eichen und Buchen standen, gibt es heute Asphalt. Weniger Bäume heißt weniger Nüsse — und weniger Boden zum Vergraben. Zufütterung im Frühling kann in dieser kritischen Phase den Unterschied machen.

„Ich kann keine Bäume pflanzen. Ich kann keinen Wald zurückbringen. Aber ich kann etwas bauen, das hilft. Das kann ich. Das ist mein Handwerk.“

Jedes Futterhaus, das in einem Garten hängt, ist eine Brücke über die härtesten Wochen des Jahres.

Jeden Morgen stellt er seinen Kaffee kalt. Das macht er absichtlich.

Jeden Morgen steht Heinrich am Küchenfenster. Kaffee in der Hand, Blick zur Eiche. Er zählt. Sind die Eichhörnchen da? Ist Paulchen wieder dabei — das kleine mit dem dunklen Schwanz, das seit zwei Jahren jeden Morgen kommt?

„Meine Frau sagt, ich soll den Kaffee trinken, solange er warm ist.“ Er lacht. „Aber ich vergesse ihn jedes Mal. Und wenn Paulchen da ist, ist der Tag gut.

„Wenn morgens Paulchen am Futterhaus sitzt, dann weiß ich: Ich hab gestern was richtig gemacht.“

Heinrich Brandt mit einem fertigen Futterhaus in seiner Werkstatt
Fünf Minuten Ruhe am Morgen, ein Kaffee und der Blick zur Eiche — das ist Heinrichs Ritual.

47 Jahre gelernt, wie Holz sich verhält. Dann angefangen zu lernen, wie Eichhörnchen sich verhalten.

  • Fassform statt Kasten — Rund wie eine Baumhöhle. Eichhörnchen fühlen sich in geschlossenen, runden Räumen sicher — sie verweilen länger, fressen ruhiger, kommen zuverlässiger zurück.
  • Sichtscheibe aus Acryl — Auf einen Blick sehen, wann nachgefüllt werden muss, ohne das Haus zu öffnen und die Tiere zu verschrecken.
  • Seitliches Zugangsloch (6,9 cm) — Groß genug für jedes Eichhörnchen. Zu klein für Tauben, Krähen und Elstern.
  • Aufklappbares Dach — Einfaches Nachfüllen von oben. Klappe auf, füllen, Klappe zu.
  • Geöltes Massivholz — Kein Plastik, kein Pressspan. Gebaut für Jahre draußen. Schreinermaterial, nicht Baumarktware.
  • Montage in 10 Minuten — Montagematerial inklusive. In zehn Minuten hängt es. In zwanzig sitzt das erste Eichhörnchen drauf.
Nahaufnahme des Futterhauses mit Sichtscheibe
Sichtscheibe, Zugangsloch, Fassform — jedes Detail kommt aus Beobachtung, nicht aus einem Katalog.

„Bevor ich etwas abliefere, das nicht gut genug ist, höre ich lieber auf“

Heinrich streckt seine Hände aus. Die verdickten Gelenke, die steifen Finger. „Arthrose“, sagt er, als wäre es ein Wetterbericht. „Die Feinarbeit — die Rundung der Fassform, das Einsetzen der Scheibe — da merke ich es. Es dauert länger. Und es wird nicht besser.“

Heinrich ist nicht die meisten Menschen.

„Entweder ich baue es so, wie es sein muss. Oder ich lasse es bleiben.“

In Dormagen kennt jeder Heinrichs Futterhäuser — wer eins wollte, klingelte am Schuppen, legte zwanzig Euro auf die Werkbank. Aber er hat immer mehr gebaut als er losgeworden ist. Er hat gebaut, weil er nicht aufhören konnte. Wenn es weg ist, kommt nichts nach.

Der Restbestand. Jedes Haus mit derselben Sorgfalt gebaut. Wenn sie weg sind, ist der Schuppen leer.

„Opa, die Leute müssen das sehen“

Sarah ist Heinrichs Enkelin. Sie hat sich irgendwann gefragt, warum der Schuppen immer voller wird und nie leerer. „Er hat mich angeguckt, als hätte ich ihn gefragt, warum er atmet. Er baut die nicht zum Verkaufen. Er baut die, weil er’s muss.

Sarah hat an einem Wochenende einen Online-Shop eingerichtet. Kein Branding, kein Marketing. Einfach eine Möglichkeit für Heinrichs Futterhäuser, über Dormagen hinauszukommen — in Gärten in Köln, Düsseldorf, Hamburg.

„Wenn das Ding jetzt in einem Garten in Köln hängt, dann ist das ein Eichhörnchen mehr, das den Frühling übersteht. Dafür hab ich’s gebaut.“

Heinrichs Versprechen

Hängen Sie es auf. Füllen Sie es. Beobachten Sie, ob die Eichhörnchen kommen. Wenn Sie nicht zufrieden sind — schicken Sie es zurück. Ohne Wenn und Aber.

Ein Mann, der 47 Jahre lang Schreinermöbel gebaut hat, liefert kein Futterhaus ab, bei dem er sich schämen müsste.


Er hört auf zu bauen. Aufzuhören zu zählen — das wird er nie.

Heinrich wird nicht aufhören, morgens am Küchenfenster zu stehen. Er wird nicht aufhören, nach Paulchen zu schauen. Er wird nur aufhören zu bauen.

Jeden Morgen kommt Paulchen. Und jeden Morgen lächelt Heinrich in seinen Kaffee.

„Ich habe 47 Jahre lang Möbel gebaut, die in Häusern stehen. Aber das Beste, was ich je gebaut habe, hängt draußen an einer Eiche. Und es ist nicht für Menschen.“

Im Schuppen hinter dem Haus in Dormagen stehen die letzten Futterhäuser. Jedes gebaut von denselben Händen, die bald nicht mehr können.

Wenn sie weg sind, kommt nichts nach.

Maße: 33×22,8×17 cm · Futterkammer ø 7″ · Zugangsloch 6,9 cm · Massivholz, geölt · Transparente Sichtscheibe · Montagematerial inklusive · Versand 2–3 Werktage · Handgebaut in Dormagen